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Sonntag, 2. November 2014

[Offtopic] Videotipp: Das Flüstern des Waldes





Ich bin ein Fan von Creepypastas umso mehr freue ich mich, dass eine meiner Geschichten jetzt vertont wurde ^^
Angenehme Erzählstimme, düstere Atmosphäre und sehr zu empfehlen!
Wer gerne mitlesen möchte, der kann die Geschichte auch hier auf meinem Blog nachlesen

Montag, 31. März 2014

[Offtopic]Gewonnen ^^

Hey, ich weiß es schon seit einigen Tagen, seit die Mail in meinem Postfach gekommen und sofort mit einem Sternchen versehen worden ist, um genau zu sein. Allerdings wollte ich unbedingt warten, bis die Geschichte tatsächlich auf bittersweet.de online ist.

Worum es geht?

Um den Märchen Makeover Wettbewerb von bittersweet zu den Luna - Chroniken von Marissa Meyer. In diesen werden jeweils alte Märchen neu interpretiert, und das ganz egal, ob in der Zukunft, Vergangenheit oder Gegenwart. Denn bei ihr wird Aschenputtel zum Cyborg und Rotkäppchen steuert ein Raumschiff. (Eine genauere Beschreibung findet ihr in der Ausschreibung)
Die Aufgabe der Teilnehmer, also auch meine, war es nun ihr Lieblingsmärchen neu zu interpretieren, egal wie. Uns standen sämtliche Zeiten, Dimensionen und Storystränge zur Verfügung. Auch die Länge oder ähnliches spielten keine Rolle! Wichtig war nur, dass das ursprüngliche Märchen noch zu erkennen war (auch hier genaueres in der Ausschreibung).
Und da ich Fantasy, ausgefallene Märchen/Urban Legends, sowie ausufernde Beschreibungen liebe, hab ich mir gedacht: Warum nicht? Und jetzt hab ich tatsächlich gewonnen! Demnächst sollten dann also die ersten zwei Bände der Luna - Chroniken bei mir auf dem Nachttisch liegen.
Da ich diesen Triumph und die Geschichte mit euch teilen will tippe ich das gerade ab (okay, vielleicht bin ich auch einfach nur schrecklich selbstverliebt :P).

Meine Story: Hana im Schnee

Ich habe mir für mein Märchen Makeover eine japanische Legende herausgesucht: Die der Yuki - Onna, oder Schneefrau zu deutsch. (Einige Links hierzu: Wikipedia; Ein sehr interessanter Blogeintrag (Englisch); Das eigentliche Märchen (Englisch) ) Und hatte damit wohl eher eine unbekanntere Geschichte mit einem schlechten Ausgang. ^^
Ich habe euch das Märchen oben verlinkt, fasse es aber trotzdem kurz zusammen:
In der Geschichte werden zwei Jäger, Vater und Sohn, in den Bergen von einem Schneesturm überrascht und können sich noch gerade so in eine Hütte flüchten. Doch der Schneesturm geht nicht vorüber und am nächsten Morgen gibt es ein böses Erwachen für den Sohn. Der Vater ist tot, erfroren. Und die Mörderin steht direkt daneben. Um selbst verschont zu werden gibt er der Schneehexe ein Versprechen: Er gehört ihr und wird niemandem von dem Treffen erzählen.
Doch, wie das normalerweise so ist in Märchen und Legenden, hält er sein Versprechen natürlich nicht. Viele, viele Jahre später ist er glücklich verheiratet, hat einige Kinder, mit der wunderhübschen, immer jung bleibenden Yuki (Wem dämmert's?). Doch nach einiger Zeit holt den Sohn seine Vergangenheit ein, er kann das Geheimnis nicht mehr für sich behalten und vertraut sich seiner Frau an. Diese entpuppt sich als die Hexe und rächt sich schließlich auch an ihm. Ihre Kinder lässt sie jedoch am Leben.
Meine kleine (7 Seiten *hust*) Geschichte setzt eher mittendrin an. Viel verrate ich euch jedoch nicht, ich will euch ja dazu bringen es selber zu lesen ;) Hier geht es also zu Hana im Schnee.
Ich freue mich über Kritik und Lob jeglicher Art ^^

Freitag, 30. August 2013

Creepypast 02: Das letzte Kapitel

Das letzte Kapitel

Ich sitze oft sehr lange an meinem Computer, auch nachts. Schreibe. Ich bin Autor und tauche oft stundenlang in die Welt meiner Charaktere, fühle, lache und weine mit ihnen, fast so, als wären sie real.
Doch das sind sie nicht … oder?
Vor einigen Wochen hatte ich eine Begegnung, die meine Meinung schlagartig ändern sollte.
Wie immer saß ich nachts noch an meinem Computer und schrieb. Meine Finger tanzten über die Tastatur meines Laptops, spielten mit den Buchstaben und fügten sie langsam, aber sich zu einer Geschichte zusammen.
Ich war bereits in einem der letzten Kapitel, da ich letzter Zeit eine ziemlich produktive Phase gehabt hatte.
Mein Blick fiel auf die kleine digitale Uhr am unteren Rand meines Bildschirms: 01: 05.
Ich hatte also bereits in den nächsten Tag hineingeschrieben.
Gut, dass ich morgen nicht so früh raus muss, dachte ich so bei mir selbst.
Doch meine Augen wollten jedes Mal, wenn ich einen Satz beendet hatte zufallen und mich in das süße Reich des Schlafes überführen. Wäre ich dem Aufruf meines Körpers doch nur gefolgt … Doch ich zwang mich weiterzuschreiben.
Wisst ihr, ich fiebere immer mit, egal, ob ich ein Buch schreibe oder lese. Denn selbst, wenn ich schon genau im Kopf habe, was als nächstes passiert, interessiert es mich, was als nächstes passiert.
Irgendwie gerate ich immer in die Welt hinein, die ich erfinde, werde ein Teil von ihr, ob ich es möchte, oder nicht. Ich gehöre zum Freundeskreis des Protagonisten, sowie er zu meinem gehört.
Somit war es auch nicht verwunderlich, dass ich mich gerade direkt neben ihm befand – mehr oder weniger – direkt im Versteck des Antagonisten.
Falls ihr es nicht wisst: Ich schreibe bevorzugt Horrorbücher oder Dystopien. Die Vorstellung einer bösen und sich selbst zerstörenden Welt fasziniert mich. Die Dunkelheit und all ihre Kreaturen zieht mich an, wie ein Magnet. Und selbst hatte ich nichts gegen einen guten, blutigen Schreck einzuwenden. Sollte ich mir Sorgen um mich selbst machen? Ich weiß es nicht.
Aus den Lautsprechern meines Computers tönte Musik, ich konnte nicht ohne schreiben. Ich warf einen Blick auf iTunes: Voltaire – When you're evil, flackerte in verschwommenen Buchstaben über den Bildschirm. Ich mochte das Lied. Es passte gut, zu dem Bösewicht meiner aktuellen Serie.
Lächelnd nahm ich einen Schluck aus der Kaffeetasse, die neben mir auf dem Schreibtisch stand. Der Kaffee war kalt, eiskalt, um genau zu sein, doch das störte mich nicht. Das Koffein darin erfüllte seinen Zweck. Es hielt mich wach.
Doch anscheinend hatte ich bereits zu viel davon zu mir genommen in dieser Nacht. Aus dem Augenwinkel beobachtete ich, wie etwas hinter mir entlang huschte. Ich schreckte auf und drehte mich um, doch da war nichts. Keine Person, kein Tier, kein Schatten.
Erschöpft ließ ich den Kopf auf meine Hände fallen und fuhr mit den Handballen unter meinen Augen entlang.
„Geh schlafen …“, murmelte ich zu mir selbst, als wäre ich in Trance.
Doch ich wollte nicht, konnte nicht, ich musste weiterschreiben.
Mein Rücken tat weh und meine Glieder schmerzten. Schnell nahm ich noch einen großen Schluck vom kalten Kaffee, um nicht über der Tastatur ein zu nicken.
„Bist du müde?“, flüsterte eine tiefe Stimme hinter mir. Sie war so weich, wie Samt und gleichzeitig so rau, wie Schmirgelpapier.
Erschrocken wirbelte ich herum und betätigte den Lichtschalter meiner Schreibtischlampe. Mein Herz pochte wie wild, so als wolle es einen Wettbewerb gewinnen, und sprang mir bei all seinen Bemühungen fast aus der Brust.
„Wer ist da?!“, stammelte ich und versuchte dabei eine feste, sichere Stimme zu wahren. Doch niemand antwortete. Ich war allein in meinem Zimmer, ganz allein. Vielleicht halluzinierte ich, das sollte unter Schlafmangel und Koffeineinfluss schon vorkommen. Vielleicht hatte ich einfach nur mit mir selbst gesprochen? Doch nein, irgendetwas war da … Oder irgendwer?
Ich redete mir diese paranoiden Gedanken ganz schnell wieder aus. Ich hatte sämtliche Türen und Fenster geschlossen und die Alarmanlage aktiviert. Niemand hätte unbemerkt auch nur in die Nähe des Hauses kommen können. Niemand.
Mein Herzschlag beruhigte sich wieder und ich widmete mich meiner Arbeit.
Nach einigen Minuten blickte ich wieder auf und schaute aus dem Fenster vor mir. Statt meinem kleinen Vorgarten sah ich nur mein müdes, abgemagertes Selbst, das mich aus leeren, trüben Augen anstarrte. Plötzlich riss es die Augen auf und … verschwand. Seltsam dachte ich mir, doch, als ich wieder aufblickte, starrte es wieder zurück. Wieder eine Halluzination? Nichts mehr, als eine Illusion?
Ich klickte auf etwas fröhlichere Musik, um mich abzulenken.
Vielleicht sollte ich einfach aufstehen und das große Licht einschalten? Vielleicht würde es die Schreckgespenster verscheuchen? Oder vielleicht sollte ich auch einfach ins Bett gehen?
Es erschien mir das Vernünftigste. Die Deadline war erst in ein paar Tagen, bis dahin hätte das letzte Kapitel bestimmt beendet.
Aber vorher musste ich noch einmal aufs Klo. Der viele Kaffee drückte ganz schon auf meine Blase und drängte nach draußen.
Also schaltete ich meinen Computer aus und erhob mich. Alle meine Gelenke knackten und ich dehnte meinen schmerzenden Rücken, bevor ich den langen Flur zur Toilette hinab trottete.
Wieder hörte ich Geräusche, ein Kratzen und ein Keuchen, so, als würde jemand hinter der nächsten Tür liegen, dem Tode nahe.
Ich schüttelte mich, als es mir eiskalt den Rücken hinunter lief.
Ich setzte mich aufs kalte Porzellan und als ich fertig war stand ich auf und wusch mir die Hände, so, wie ich es immer tat. Doch trotzdem war irgendetwas anders. Doch ich wusste nicht was. Genau diese Unwissenheit jagte mir unglaubliche Angst ein.
Mein Atem beschleunigte sich, als ich den Flur zurück zu meinem Schlafzimmer lief. Die letzten Meter rannte ich sogar. Ich konnte es nicht erwarten endlich in meinem warmen, weichen und vor allem sicheren Bett zu liegen und die Augen zu schließen.
Doch dann hörte ich es. Das Klappern von Fingern, die über eine Computertastatur flogen. Ich erstarrte.
„Was war das?“, hauchte ich leise zu mir selbst.
Als ich näher kam sah ich sofort den hellen Schein meines Computerbildschirms durch den Spalt in der Tür hindurch scheinen.
Ich hatte ihn doch ausgemacht!
Zitternd legte sich meine Hand auf den Türknauf und ich betrat den Raum mit wackligen Knien.
Dort saß er. Im blauen Schein des Bildschirms saß er an meinem Schreibtisch und tippte an meinem letzten Kapitel.
Aus den Lautsprechern des Laptops ertönte Voltaires tief Stimme: It gets so lonely when you're evil …
Als ich in das Fenster vor ihm blickte sah ich sein Spiegelbild und unterdrückte einen Schrei.
Ich kannte diese Person! Ich kannte die ausdruckslose, weiße Maske, die ein entstelltes, nur noch von Muskelfasern bezogenes Gesicht verbarg. Ich kannte den schlanken, feinen Körper, der in dem maßgeschneiderten Anzug auf dem Stuhl saß. Ich kannte den Mann, denn ich hatte ihn selbst erschaffen! Vor mir saß mein eigens kreierter Bösewicht und schrieb an meinem Manuskript.
Ich begann zu zittern und zu ächzen.
Sollte es nicht der schönste Moment eines Autors sein, wenn er seinen Charakteren wirklich begegnet? War dies nicht der Wunsch eines jeden Schreibers?
Nein! Nicht bei diesem ihr. Ich erinnerte mich an seine Vorgeschichte, an alle Eigenschaften, die ich ihm gegeben hatte, an alles, das ich ihm angetan hatte.
„Was willst du von mir?“ Meine Stimme zitterte, wie tausend Espen im Wind.
Er legte nur den Kopf zur Seite und lächelte mich durch seine Maske hinweg an. Das weiße falsche Gesicht spiegelte sich gespenstisch im Fenster.
Plötzlich war er von seinem Platz verschwunden und hauchte mir ins Ohr. Ich wollte mich umdrehen und ihm in die dunklen Augen blicken, doch ich konnte nicht. Ich stand einfach nur da, angewurzelt.
Der Mann fuhr mir mit seinen eiskalten Fingern die Wirbelsäule entlang und küsste mich auf die blassen Lippen, bevor er sich in Luft auflöste. Ich kann seine Lippen auf meiner immer noch schmecken.
Wenige Sekunden später fiel ich in mich zusammen. Meine Beine gaben unter meinem Gewicht nach und ließen sich nicht mehr bewegen. Ich konnte nicht mehr aufstehen und dort, wo er mich berührt hatte setzte ein stechender Schmerz ein, der in meinen ganzen Körper ausstrahlte, bis auf die Beine. Diese konnte ich nicht mehr spüren.
„Nein!“, flüsterte ich in die Nacht hinein.
Bevor meine Augen zufielen und mich die Müdigkeit und die Verzweiflung übermannte konnte ich einen letzten Blick auf den Bildschirm erhaschen. Dort stand in strahlenden, blutroten Lettern:

Wann schreibst du dein letztes Kapitel?

Seit diesem Vorfall sitze ich im Rollstuhl. Doch was noch viel schlimmer ist, als die Lähmung ist die ewige Angst, die Angst vor dem Ende, denn ich habe das Kapitel nie zu ende geschrieben.

Donnerstag, 11. Juli 2013

Creepypasta #1: Das Flüstern des Waldes

Vorne weg: Ich liebe Creepypastas und wollte einfach selbst mal eine schreiben. Eher weniger ohne blutige Eingweide aber lieber mit Psychohorror. Ob mir das alles so gelungen ist weiß ich jedoch leider nicht. Feedback ist erwünscht!

Du stehst allein im Wald.
Spürst du es?
Hörst du es?
Hörst du das Flüstern des Waldes, spürst du, wie der Wind durch deine Haare fährt, fühlst du, wie er dich streichelt, dich liebkost?
Dann kannst du sie auch sehen, diese Welt, die versteckt und trotzdem direkt vor deinen Augen liegt.
Du drehst dich um und du siehst sie tatsächlich.
Direkt vor deinen Augen erhebt sie sich, die verborgene Welt.
Die Biene, nach der du vorhin noch mit der Hand geschlagen hast, hat plötzlich die grazile Gestalt einer Fee angenommen und schwebt über den Waldboden hinweg.
Wenn du nun den nächsten Schritt tust, kommst du nicht mehr zurück, das wird dir auf einmal schlagartig klar. Du bist dabei eine Welt zu betreten, die dich gefangen nehmen wird und nie wieder wirst du aus ihrer Umklammerung entkommen.
Bist du bereit?
Menschen kommen Tag für Tag zurück, und bringen es nie übers Herz diesen Schritt zu tun.
Wirst du?
Du atmest tief durch, spürst, wie die Luft in deine Lungen fließt und sie langsam füllt, dann hebst du deinen Fuß, fast wie von selbst, als wäre es nicht einmal deine Entscheidung, und schon hast du die Grenze überschritten.
Du blickst zurück, nur kurz, aber du merkst, wie alles anders ist. Äußerlich ist der Wald gleich geblieben, das weißt du, du fühlst es tief in dir drin. Und du spürst, die er die ins Ohr flüstert, der Wald, ja du hörst das Wispern des Waldes viel deutlicher, es zieht dich hinein, tief in das Herz des Waldes, an den Ort an dem die Bäume so dicht stehen, das du die Hand vor Augen nicht mehr siehst.
Du folgst dem Ruf der Bäume mit einem Lächeln auf deinen Lippen, du kannst es nicht steuern, aber es wird immer breiter und zufriedener. Denn obwohl es dir Angst macht, die Vorstellung nie zurückzukehren, die tief in dir aufsteigt, verspürst du tatsächlich Zufriedenheit, die wie eine warme Welle in dir aufsteigt. Also läufst du weiter.
Schon bald werden sie dir begegnen, die Kreaturen, die diese Gefilde bevölkern.
Doch zuerst hörst du sie, du bemerkst, dass sie dir die ganze Zeit im Ohr saßen. Es sind ihre Worte, die durch den Wald hallen.
Obwohl du nicht genau weißt, was sie dir ins Ohr hauchen in einer fremden Sprache, die du noch nie vorher gehört hast, weißt du, was sie dir sagen wollen: „Komm zu uns, folge uns!“
Und du gehorchst.
Weiter und tiefer in den Wald hinein, bis du auf einer kleinen Lichtung stehen bleibst.
Du schaust dich kurz um. Der Wald ist freundlich, Sonnenlicht scheint durch das grüne Blätterdach.
Sämtliche Zweifel, die du anfangs vielleicht hattest sind auf einmal verschwunden. Du genießt nur noch die Natur um dich herum, atmest die frische Luft und lässt dir die Sonne auf die Haut scheinen.
Doch selbst in der hellsten Welt gibt es Schatten. Ebendiese Schatten können tödlich sein.
Doch du wirst sie ignorieren, auch wenn du zweifelst. Das Paradies liegt dir zu Füßen, warum also sollte es eine dunkle Seite haben? Hier ist alles perfekt!
Du wirst dir weiter deinen Weg durch diese andere und trotzdem so gleiche Welt bahnen und selbst, wenn du dir die Füße wund läufst, wirst du keinen Schmerz spüren. Irgendwann wirst du an eine Quelle gelangen.
Elfen und Feen, Nymphen und andere bunte Wesen, die, von denen man dir in all den Märchen erzählt hat... Sie sind es, die nach dir gerufen haben. Von diesem Ort gingen die die Stimmen aus. Glockenhell.
Du wirst dich zu ihnen gesellen. Schon immer wolltest du Teil dieser faszinierenden, glitzernden Welt sein, beherrscht von diesen wundervollen Gestalten aus Mythen und Legenden.
Doch in jedem Märchen, jeder noch so wundervollen Geschichten gibt es auch die Bösen... Und nicht immer gewinnt das Gute gegen sie. Auch du sollst das bald erfahren, deine Faszination soll schrecklicher Angst weichen!
Du möchtest in die Quelle steigen, mit den anderen planschen, obwohl du sie nicht kennst, sind sie deine Freunde.
Du legst deine Klamotten ab: Schuhe, Hose, Oberteil.
Doch als deine Zehen die Wasseroberfläche berühren, beginnt sie sich zu kräuseln, obwohl kein Windhauch weht. Die Wesen um dich herum beginnen zu kichern. Zuerst mag es noch freundlich klingen. Vielleicht freuen sie sich, dass du zu ihnen kommst? Du bist doch ihr Freund.
Doch das Lachen wird anschwellen, hysterischer werden, lauter, schrecklicher.
Du möchtest in das Wasser eintauchen, das Kichern nicht mehr hören. Es macht dir Angst, jagt dir einen Schauer über den Rücken, doch etwas hindert dich daran. Brodelnd, fast als würde es kochen, weißt dich das Wasser ab. Du stolperst, fällst.
Etwas steigt aus dem Wasser empor: Dunkel, Bedrohlich.
Hastig kriechst du zurück, greifst nach deinen Klamotten und willst wegrennen. Das Ungetüm aus dem See greift nach dir, streckt seine dunkle Pranke nach dir aus. Keuchend, röchelnd, stinkend.
Du möchtest Schreien, doch deine Kehle verschluckt jeden Laut. Stattdessen brichst du in ein erbitterliches Schluchzen aus.
Du musst weg von hier. Schnell!
Du rappelst dich auf und beginnst zu rennen, drehst dich nicht um, schaust nicht zurück. Hauptsache du kommst heraus aus dem Wald, zurück in die Zivilisation, zu Menschen. An einem Ort, an dem du sicher bist. Weg, weg, weg, weg von hier!
Plötzlich wirst du merken, dass sich auch der stille Frieden um dich herum verändert hat. Dunkelheit ist über den Wald hereingebrochen, die Bäumen scheinen größer. Bedrohlich blicken sie auf dich herab. Es scheint, als würden sie dich auslachen. Ein tiefes, kehliges Lachen, das sich mit dem Röhren der Bestie vereint.
Auch deine wunden Füße beginnen zu schmerzen. Alle Schorfe brechen wieder auf und das kühle Blut rinnt über deine Zehen und der Schmerz ist auf einmal genauso real, wie dein Verfolger.
Heiße Tränen rinnen über dein dreckiges Gesicht. Wirst du hier sterben?
Du bleibst stehen. Ist es weg? Hat dein Verfolger aufgegeben?
Hektisch blickst du dich um. Du kennst diesen Ort. Von hier aus bist du losgezogen. Bist du in Sicherheit?
Du atmest tief durch, kommst wieder zu Kräften. Jetzt wirst du zurückkehren in dein altes Leben, wirst das alles hier vergessen, vielleicht war es ja doch nur ein Traum...
Du kehrst auf deinen ursprünglichen Waldweg zurück, schlenderst ihn entlang, beruhigt. In Sicherheit. Oder?
Du siehst die Stadt vor deinen Augen. Normalerweise bedeutet der graue Asphaltjunggel nur Stress, du bist hergekommen um zu entspannen, doch jetzt kannst du es gar nicht erwarten wieder zurück zu kommen.
Zu früh gefreut.
Erinnerst du dich an das, was ich dir am Anfang dieser Geschichte erzählt habe? Es gibt kein zurück.
Endlich möchtest du den letzten Schritt machen. Aus dem Wald hinaus. Doch du kannst nicht. Dein Fuß möchte sich nicht heben, klebt am Boden. Deine Hände schlagen gegen eine unsichtbare Wand.
„Nein“, hauchst du. Du bist gefangen.
Das Keuchen der Bestie kommt näher. Nur noch ein paar Sekunden, bis dich der Schatten verschlingt.

Auf Wiedersehen.