Freitag, 7. März 2014

[Mangarezi] Ruinenmärchen von Tsukiji Nao

Info:

Titel: Ruinenmärchen
Originaltitel: Haikyo Shojo
Autor/Zeichner: Tsukiji Nao
Serie: /
Band: Einzelband
Genre: Mystery, Slice of Life, Fantasy
Seitenzahl: 178
Verlag: Egmont Manga
Preis: 7,50€
Amazon: http://www.amazon.de/Ruinenm%C3%A4rchen-Tsukiji-Nao/dp/3770481496
Cover:

Die Story:

Der Manga ist eine Kurzgeschichtensammlung von vier Geschichten und verfolgt somit keine wirkliche durchlaufende Geschichte. Allerdings haben all diese kleinen Geschichten etwas gemeinsam: Eine geheimnisvolle verlassene Ruine taucht in ihnen auf.
In der ersten geht es um zwei Mädchen Momoka und Kazeko, zweitere wurde vor einigen Jahren entführt und in einer Fabrikruine nahe der Stadt festgehalten. Momoka ist der Meinung, dass dies ihre Freundin immer noch belastet und stellt die Situation lebensecht nach. 3 Tage hat Kazeko, um mit ihrer Vergangenheit abzuschließen, denn nach Ablauf der Frist wird die Ruine gesprengt. Dabei kommen immer mehr Details aus der Vergangenheit beider ans Licht.
Die zweite erzählt die Geschichten eines alten verbitterten Musikprofessors, der plötzlich anfängt die Musik zu sehen. Doch schon bald wird er davon verfolgt! Auf seiner Flucht vor den Dämonen seiner Musik und Vergangenheit, entdeckt er, dass viele Dinge vielleicht auch nicht so sind, wie sie scheinen und findet den wahren Weg zur Musik wieder.
Das Mädchen in der Kommode schickt den junge gescheiterten Toru auf die Fährte seines Bruders. Dieser war Arzt und ist vor einiger Zeit an einer schweren Krankheit verstorben. Doch als Toru auf der Straße von einer ehemaligen Patientin auf der Straße angesprochen und verwechselt wird taucht er immer weiter in die Vergangenheit seines Zwillings und des schwerkranken Mädchens ein und entwickelt dabei eine immer engere Beziehung zu ihr.
Den Abschluss bildet die Geschichte des Hutmachers Toma. Dieser ist auf dem Weg zum König, kommt jedoch vom Weg ab und landet plötzlich vor einer Ruine. Als er diese betritt ist er plötzlich gefangen. Doch es gibt Rettung: Der Geist der Ruine schlägt ihm einen Deal vor: Toma hat drei Tage Zeit um mit seiner Assistentin aus der Ruine zu fliehen, allerdings muss er jedem umherirrenden Geist, den er trifft einen Hut fertigen. Der Weg aus dem Gefängnis führt Toma zurück in seiner Vergangenheit und zeigt ihm, dass es mehr auf dieser Erde gibt, als Geld.

Der Zeichenstil:

Ein Wort: Wunderwunderhübsch! Man wird wirklich in eine komplett andere Welt entführt jede Seite auf ein neues. Dabei muss man jede Seite dreimal begutachten und das nicht im schlechten Sinne. Immer wieder entdeckt man neue Details, die einen zum Schmunzeln bringen.
Die Kostüme sind pompös oder schlicht, haben jedoch immer etwas vom Märchenland und laden zum träumen ein.
Ein kleines Manko habe ich: Einige männliche Charaktere sind mir mit ihren langen Haaren und filigranen Gesichtern dann doch zu "weiblich" gezeichnet.

Die Charaktere:

Tsukiji Nao schafft es den Charakteren in kurzer Zeit eine unglaubliche Tiefe zu verleihen. Ich finde gute glaubwürdige Charaktere für eine Kurzgeschichte zu entwickeln ist eine wirkliche Kunst für sich, da man nur begrenzt Zeit, sowie Seiten zur Verfügung hat.
Nur Dolcile, die Assistentin von Toma hat mir nicht sonderlich gefallen. Ich fand den Charakter zu überzogen und hibbelig, sodass sie nicht mehr ganz in die wunderschöne Umgebung gepasst hat.

Das Storytelling:

Toll! Der Autor arbeitet viel mit runden Panels, was neu und wirklich gut ist, wie ich finde. Außerdem haben viele Panels schöne, detailreiche Rahmen, die man sonst nie so hat.

Der Plot:

Auch die vier Kurzgeschichten sind, für Kurzgeschichtenverhältnisse, sehr gut ausgearbeitet. Natürlich geht alles etwas schneller, aber man hat gute, in sich geschlossene Geschichten, die wirklich gut erdacht sind.
Außerdem regen sie auch über das Ende des Buches hinweg noch zum Nachdenken und Träumen an.

Mein Fazit:

Ruinenmärchen ist eine Sammlung beeindruckender und fantasievoller Geschichten, die ich aber nur Leuten empfehle, die auch gerne mal einen tiefgründigeren Manga lesen. Der Manga ist nichts für zwischendurch, wegen teilweise hohem Textanteil und detailreichen Zeichnungen. Trotzdem einen Blick wert ^^
4 von 5 Lesebrillen.