Freitag, 27. Dezember 2013

Buchrezi: Angelfall von Susan Ee

Info:

Titel: Angelfall; Fürchtet euch nicht
Originaltitel: Angelfall; Penryn and the end of days
Autorin: Susan Ee ( http://www.susanee.com/ )
Genre: Dystopie, Fantasy
Seitenzahl: 400
Erschienen: Hodder and Stroughton
Deutscher Verlag: Heyne (26.08.2013)
Preis: 12,99€
Amazon: http://www.amazon.de/Angelfall-Roman-fliegt-Susan-Ee/dp/345326892X/ref=sr_1_2?ie=UTF8&qid=1388162298&sr=8-2&keywords=angelfall
Cover:
Originalcover:

Die Story:

Die Engel haben unsere Welt, wie wir sie kennen zerstört.
In dieser zerstörten Welt lebt Penryn. Sie hat sich angepasst und versucht ihre Familie so gut, wie möglich durch den "Alltag" zu bringen. Doch eines Tages beobachtet sie eine Gruppe Engel, die einen weiteren verstoßen und ihm die Flügel abschneiden, eben diese Engel entführen auch ihre behinderte Schwester.
Um sie und den Horst der Engel zu finden sieht Penryn nur eine Chance: Sie rettet den verletzten Engel, sammelt seine Flügel ein und benutzt diese als Druckmittel.
Gemeinsam brechen die beiden auf zum Versteck der Engel.

Die Autorin:

Susan Ee ist eine freischaffende Autorin und Filmemacherin aus San Francisco. Sie arbeite zunächst als Anwältin, bevor sie sich vollständig dem Schreiben widmete. Dies studierte sie in Stanford.
Angelfall ist ihr Debütroman und wurde in 19 Sprachen verfasst.

Der Schreibstil:

Alles in allem war der Schreibstil in Angelfall doch etwas holprig. Es gab viele Vergleiche und Metaphern, die ich eher seltsam, als bildlich fand, leider. So zum Beispiel der Sonnenuntergang, der lila, wie eine Mango war. Derjenige, der mir eine lilafarbene Mango zeigt, der bekommt ... virtuelle Schokolade. Ich weiß nicht, ob da irgendwas bei der Übersetzung schiefgegangen ist, oder violette Mangos nur in San Francisco wachsen.
Außerdem fand ich einige jugendsprachliche/umgangssprachliche eher gezwungen. Aber vielleicht kommt auch nur mir das so vor, als Jugendliche ...
Also: Wie bei vielen Debütromanen noch ausbaubar.

Die Charaktere:

Angelfall hat vom Konzept her sehr interessante Charaktere aufzuweisen: Penryns Mutter, schizophren, Paige, Penryns gehbehinderte kleine Schwester und Raffe, der agnostische Engel.
Die weibliche Hauptfigur hingegen tanzt da ziemlich aus der Reihe: ich finde sie ist sehr klischeehaft aufgebaut: Nicht besonders auffallend, kann sich aber wehren. Außerdem finde ich sie teilweise etwas wiedersprüchlich und in sich nicht ganz abgeschlossen konzipiert. Sie erweckt teilweise einen unfertigen Eindruck, so, als wäre sie nicht zu Ende gedacht worden.

Der Plot:

Das Setting von Angelfall ist wirklich gut! Die Idee, die"biblischen Retter" in die Zerstörer der Welt zu verwandeln, ist sowohl originell, wie interessant. Auch wenn das Buch gewissermaßen biblische Inhalte hat, sind diese nicht störend oder missionierend eingebracht.
Das Buch kommt mit vielen Wendungen um die Ecke, die aber nicht alle wirklich überraschend kommen, so lässt sich einiges im Voraus bereits erraten und ist nicht wirklich unvorhersehbar.
Eine Warnung für alle mit eher flüchtigem Mageninhalt und leichterem Gemüt: Das Ende wird teilweise ziemlich krank und Susan Ee scheut sich nicht vor blutigen Darstellungen und härteren Themen. Ich finde es nicht wirklich schlimm, da es blutigere Autoren gibt, aber wem es nicht gefällt, der sollte sich den Kauf vielleicht zwei Mal überlegen. Es sind wirklich nur die letzte hundert Seiten, höchstens.
Aber ich habe auch beim Plot wieder etwas zu meckern: In dem Buch passiert einfach zu viel! Ich weiß, dass Angelfall als eine Reihe angelegt ist, doch selbst dafür sind die knapp 400 Seiten zu vollgestopft!
Die vielen roten Fäden sind zwar alle in sich logisch, kreuzen sich oder verlaufen nebeneinander, werden aber nicht wirklich miteinander verwebt. Ich weiß nicht, ob und wann der zweite Band auf Deutsch herauskommt, wäre aber gespannt, ob das noch gelingt. So spannend, dass ich mir gleich den Zweiten auf Englisch kaufe, war das Buch aber nicht.

Mein Fazit:

Angelfall ist kein Must - Have, allerdings einen Blick wert. Es sticht durch das ungewöhnliche Setting und die seltsamen Charaktere aus der Welle von Dystopien hervor.
Von mir bekommt das Buch 3 von 5 Sternen.