Montag, 20. Oktober 2014

[Mangarezi] Martillo's Mysterious Books

Info:

Titel: Martillo's Mysterious Books
Autorin/Zeichnerin: Luisa Velontrova
Band: Einzelband
Genre: Fantasy, Shojo
Seitenzahl: 168
Verlag: Tokyopop
Preis: 6,50€
Amazon: http://www.amazon.de/Martillos-Mysterious-Books-Luisa-Velontrova/dp/3842008228/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1413387789&sr=8-1&keywords=martillos+mysterious+books
Cover:

Die Story:

Shai lebt zusammen mit ihrem Vater, dem Zauberer Fabio Martillo und dessen Schüler Vivian. Beide lernen Magie und helfen gleichzeitig im Buchladen Fabios aus. Doch dieser ist kein gewöhnliches Geschäft. Bücher spiegeln immer die Seele eines Menschen wieder und einige Magier, wie Fabio können sie lesen. Denn auch wenn Seiten leer sind, Erinnerungen sind immer darauf festgehalten.
Kein Wunder, dass man also nur mit einem besonderen Buch, eines das für die jeweilige Person eine besondere Bedeutung hat, in die Ewige Bibliothek kommt. Ein weit entfernter Traum für die junge Shai.
Eines Tages kommt sie auf die Idee das besonderste Buch ihres Freundes Vivian, das Tagebuch seines Großvaters, zu "borgen" um damit in die Bibliothek zu kommen und plötzlich nehmen die Ereignisse ihren Lauf. Das Buch wird gestohlen und schon bald befinden sich beide in einer Jagd, auf der sie einiges mehr über Vivs Familie herausfinden.

Der Zeichenstil:

Das Cover und der außergewöhnliche Stil waren es, die mir ins Auge gestochen sind. Ich fand ihn irgendwie schön und einzigartig. Meine kleine Schwester hingegen hat sofort geschrien: "Die ham ja keine Nasen, das ist irgendwie eklig!"
Das hat mir mal wieder so richtig gezeigt, wie subjektiv das eigentlich ist, was ich hier mache :P
Zurück aber zum eigentlichen Thema: Ich mag den Zeichenstil, wobei ich zugeben muss, dass es schon etwas befremdlich ist, was die Nasen angeht, da sie auf dem Cover noch "da" ist, schattiert eben, aber im Manga an sich eben nur ein Loch im Gesicht ist, was auf Dauer etwas befremdlich wirkt. Das ist jetzt aber nichts, worauf ich rumreiten muss, denn an sich habe ich mich über den frischen Stil gefreut!

Die Charaktere:

Jetzt habe ich leider etwas zu bemäkeln. Ich finde gerade Shai sehr, sehr aufgesetzt und klischeehaft aufgebaut und damit leider sehr flach. Sie ist der typische hyperaktive (Shojo) - Manga/Anime - Hauptcharakter. Auch die anderen Charakter unterscheiden sich kaum von der "breiten Masse".
Dann gab es da noch eine Kleinigkeit: Die Namen. Auch das ist eigentlich eine Kleinigkeit, die sich aber gerade bei deutschen Mangas (auch Doujinshis) unglaublich häuft. Gerade eben, weil es so oft vorkommt ist es etwas, dass mir immer sofort auffällt ... Leider. Shai ist Italienerin, oder? Warum hat sie dann einen japanisch klingenden Namen (klärt mich auf, wenn der tatsächlich Italienisch ist)- Und Vivian ist ein Mädchenname ... Oder? Ich weiß nicht vielleicht war er ja mal ein Jungenname im 19. Jahrhundert (so, wie die Farbe pink ursprünglich für Jungs reserviert war)?
Ich finde sowas irritierend und es nagt irgendwie an der "Realitätsnähe", wenn ihr versteht was ich meine. Wenn ich eine Geschichte in einem gewissen Zeitraum oder an einem gewissen Ort ansiedele, bzw. den Charakteren einen gewissen Hintergrund gebe, dann nagt das etwas an der Glaubwürdigkeit, wenn sie sich komplett anders verhalten/heißen.

Das Storytelling:

Das Storytelling ist super, die Panels sind übersichtlich und wirken trotzdem nicht unnatürlich geordnet. Man ist schön im Fluss, dank vieler dynamischer Ansichten und Aufteilungen, wie Bild im Bild, usw.

Der Plot:

Ich finde die Idee von Seelen und Erinnerungen, die in Büchern ruhen einfach unglaublich schön. Ich kann es mir gut vorstellen, da ich selbst glaube, dass dein Lesegeschmack sehr viel über dich aussagt, gleiches gilt fürs Schreiben. Ich merke das selbst: Wenn ich längere Geschichten schreibe fließt immerautomatisch etwas "von mir" darin ein (selbes beim zeichnen, usw.) Auch Erinnerungen verbinde ich mit Büchern, wenn ich z.B City of Bones aufschlage "riecht" das nach Amerika und ich denke an all die Dinge zurück, die ich mit diesem Buch im Gepäck erlebt habe. Den ersten Game of Thrones Band, z.B. verbinde ich mit Ungarn und dem coolen Freilichtmuseeum (ohne den Freilictteilm weil das Wetter zu schlecht war :P), in dem man sich gefühlt hat wie bei den Dothraki.
Somit kann ich die Idee hier voll un ganz nachvollziehen. Schade ist jedoch, dass die Idee kaum weiter thematisiert wurde und die Autorin sich dann komplett auf Vivs Hintergund konzentriert hat.
Allgemein merkt man dem Manga an, dass er ein Einzelband ist, bzw. die Seitenzahl limitiert war. Die Welt, die erschaffen wird hätte so viel Potenzial, das nicht ganz ausgeschöpft werden kann. Das finde ich sehr schaden und ich würde mich freuen, wenn ich mich hinsichtlich der Sache mit dem Einzelband irre und vielleicht doch eine Serie draus wird ^^

Mein Fazit:

Martillos Mysterious Books ist ein gelungener Fantasy - Manga, der jedoch mehr Potenzial hat.
Von mir bekommt er 3,5 von 5 Lesebrillen.