Sonntag, 2. Juni 2013

Rezension - BETA von Rachel Cohn

Titel: BETA
Originaltitel: BETA
Autor: Rachel Cohn ( http://www.rachelcohn.com/ )
Seitenzahl: 412
Preis: 17, 99
Erschienen: 2013, cbt; 2012 bei Hyperion Books
Erhältlich: http://www.amazon.de/BETA-Rachel-Cohn/dp/3570161641/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1370190082&sr=8-1&keywords=BETA

Die Welt ist zerstört worden durch die sog. Water Wars (im Endeffekt der dritte Weltkrieg) und nur die privilegiertesten aller Menschen dürfen auf einer Art Paradies auf Erden leben: Der Insel Demesne. Der Rest wurde auf das Mainland verbannt.
Doch die Luft und die Umgebung von Demesne ist zu gut für die Menschen, weswegen sie keine normalen Diener anstellen können, da diese nicht ihrer Arbeit nachgehen würden. Deswegen hat Dr. Lusardi die Klone entwickelt und erschaffen. 
Stirbt ein Mensch, wird er geklont und als Diener auf Demesne eingesetzt.
Elysia ist ein Klon.Ein Teen - Beta, das bedeutet, dass ihre Technik noch nicht ganz ausgereift ist. Sie ist "die Zukunft des Klonens", da bis jetzt nur Erwachsenen geklont werden konnten. Sie wurde einzig und allein dazu erschaffen den Menschen zu dienen. Sie hat keine Gefühle, dar keine Gefühle haben, schmeckt nicht, riecht nicht. Alles, was sie wissen muss ist auf ihrem Chip gespeichert, sodass auch nichts schiefgehen kann! Oder?
Falsch. Elysia ist deffekt, sie merkt, dass sie schmecken kann, Erinnerungen ihrer First (der Person, von der sie geklont wurde) besitzt und verliebt sich sogar. Außerdem kommt sie einem Geheimnis auf die Spur und merkt, dass ihre paradiesische Heimat doch kein Paradies ist.

Wo soll ich nur anfangen... Normalerweise beginnt man konstruktive Kritik ja mit den positiven Aspekten...
Die Geschichte hat eindeutig Potenzial. Ich liebe Dystopien und ich liebe es, wenn mir die dunkle Seite der Wissenschaft aufgezeigt wird... Allerdings... Das war's schon, Brille? Ja, das waren die positiven Aspekte, denn die Geschichte war schlecht ausgearbeitet, die Charaktere flach gezeichnet und bis auf die letzten hundert Seiten ist nichts passiert. Es wurde keinerlei Spannung aufgebaut! 
Elysia wird gekauft und lernt nach und nach mehrere Personen auf der Insel kennen. Sie ist der Ersatz für eine Tochter der Familie des Gouverneurs, die auf dem Mainland studiert und angeblich gegen das System auf Demsne ist. Astrid (die Tochter), ein Ansatz, der aufgegriffen wird und einfach so im Sand verläuft.
Sie lernt schmecken und zu fühlen und hängt den ganzen Tag mit dem Sohn des Gouverneurs und seinen Freunden ab. Diese nehmen gerne eine Droge namens Raxia, um sich zu berauschen, die soll im späteren Verlauf des Buches angeblich der Grund, für die Veränderungen der Klone sein. Das Lustige (und äußerst Verwirrende) ist nur, dass Elysia schon fühlt und schmeckt, BEVOR sie von der Droge nimmt, das wird nicht weiter erklärt und ist komplett gegen den Rest der Geschichte.
Außerdem bekommt sie entfernt irgendetwas von der Klon - Revolte auf Demesne mit, die dann auch nicht weiter beachtet wird, erst aufgebauscht, aber dann... naja, ihr wisst schon, Sand und so...
Ab dem großen Gouverneur - Ball beginnt dann eigentlich das, was ich eine anständige Geschichte nennen würde. Das sind vielleicht hundert (wenn überhaupt) Seiten des gesamten Buches.
Elysia lernt den Geliebten ihrer First kennen. Einen "Aquino", eine menschlich Überrasse, die sich nur einmal im Leben an eine Person bindet.
Vorher lernt sie Tahir, einen Freund ihres "großen Bruders" kennen, der einen Surfunfall hatte und jetzt zurückkehrt. Später findet sie heraus, dass er auch ein Teen - Beta ist, da der echte Tahir gestorben ist und verliebt sich in ihn. Nach einer Prügelei auf dem Gouverners - Ball wird er von seinen Eltern aufs Mainland verschleppt... Sie möchte ihm zwar folgen und  Und sie schwört sich ihn zurückzuholen und für ihn zu kämpfen, da beide eigentlich zusammen fliehen wollten. Ein weiterer Ansatz, der im Sand verläuft.
Sie versucht zwar ihm zu folgen, indem sie ihren "Bruder", der zum Militär aufs Mainland muss, anfleht sie mitzuschmuggeln und ihm so ihren Defekt offenbart und er sie vergewaltigt (woraufhin sie schwanger wird).
Allerdings beschließt sie dann ganz einfach Tahir nicht mehr zu folgen und am Ende des Buches, wird sie dann zu Freundin des Aquinos, der auf ihre First geprägt war, obwohl sie ihn nicht liebt.
Nachdem Elysia ihren Vergewaltiger umbringt, springt sie ins Meer und wird von dem Aquino, dem Anführer der Klon - Revolte, gerettet (und glaubt mir eigentlich überlebt das niemand, tagelang auf dem Meer, dann versunken in den Fluten, auch kein Turmspringer, keine Schwimmerin und kein Taucher. Ich bin das beide letztere und Rettungsschwimmer/ Sanitätshelfer) und auf eine abgelegene Insel gebracht, auf der er ihr alles offenbart.
Außerdem ist das Ende wirklich gescheitert und könnte vielleicht auf eine Fortsetzung hindeuten. Aber bitte, bitte, bitte... Die WILL ich NICHT.
Abgesehen von der gescheiterten Story habe ich mich auf den Moralkonflikt gefreut, den ich an einer guten Dystopie so liebe... Fehlanzeige. Er wurde kurz angesprochen auf Seite dreihundertneunundneunzig (Random - Zahl), aber das Buch ruft in mir auch keine Fragen wach. Eigentlich sollte ein solches Buch doch zum Nachdenken anregen: Ist es in Ordnung andere Menschen so zu behandeln?
Fehlanzeige.
So, nach den ganzen im Sand verlaufenen, durchaus potenziell interessanten, Ansätzen hoffe ich, dass ich nichts vergessen habe. Das war recht unübersichtlich und ich hoffe ihr blickt durch meine Rezi eher durch.
So, jetzt gibt es da aber auch noch den Schreibstil der Autorin: Der ist weitaus nichts Besonderes und tendiert eher ins Negative... Sie versucht oft dem Leser das Paradies auf Demesne näher zu bringen. Das scheitert. Kein Meer dieser Erde ist violett auch nicht in einer Dystopie und einem SciFi - Buch mit besonderer Technologie (abgesehen von fremden Planeten) und erst recht nicht auf der Erde. Abgesehen davon sind schlechte Umschreibungen, wie "Samtige Luft" Alltag. Samtweiche Luft, okay. Aber Samt ist ein schwerer Stoff, durch den man nicht atmen kann. Er ist weich klar, aber samtige Luft ist stickig.
Nachdem ich mich jetzt wirklich über die Story, Charaktere und den Schreibstil aufgeregt habe, kommt jetzt mein Hauptkritikpunkt, der, meiner Meinung nach ein absolutes No - Go ist: Elysia ist kein Klon. Keiner der Klone ist ein Klon. Ich weiß ja nicht, wie genau sich die Autorin da informiert hat, aber ihre Klone sind keine Klone.
Um einen Menschen zu Klonen benötigt man seine DNA, die man in eine gesunde Eizelle einsetzt um ein BABY geboren zu bekommen, dass zu der entsprechenden Person heranwächst. Ich weiß es nicht genau, ich habe nicht Genetik studiert, aber ich war in der achten Klasse und hatte Biologieunterricht und wir haben das Thema ausführlich genug besprochen, um zu wissen, das man keinen fertigen Erwachsenen klonen kann. Damit ist Elysia nicht die Zukunft des Klonens, es ist ganz normal. das man ERST mal einen Teenager bekommt, da ein Klon, ebenso wie ein Mensch heranwächst. Außerdem haben Klon - Teenager haben, nicht wie im Buch beschrieben, keinerlei Probleme in die nächste Altersstufe über zu treten. Klar, spielen die Hormone verrückt, aber sie altern einfach weiter!
Auch haben Klone Gefühle... Es sind MENSCHEN, die eben anders aussehen!!! Auch ja, es könnte auch um einiges schwieriger sein, tote Materie zu klonen, aber das nur nebenbei.
Ich weiß, dass die Story mit "echten" Klonen nicht funktioniert hätte... Aber dann nenn ich die Wesen eben nicht Klone! Das ist ein wissenschaftlicher Begriff, definiert auf biologische Art und Weise... Dann nenn ich die Diener von Demesne eben Replikationen oder Dolls (weil Puppen ja menschliche Abbilder sind und so...) aber nicht Klone! Man kann den Begriff doch nicht einfach so entfremden!
Ich glaube, ich habe mich vorerst genug aufgeregt. Das Buch war ein fataler Fehlkauf und erhält von mir einen halben Mitleidsstern. Mehr ist bei dem misslungenen  Buch nicht drin... Spart euch die achtzehn Euro