Sonntag, 7. April 2013

Rezension: Untot von Kirsty McKay

Ich begrüße euch mit meiner ersten Rezi hier auf meinem Bücherblog.

Es geht um das Buch "Untot - Lauf solange du noch kannst" von Kirsty McKay.

Originaltitel: Undead
Verlag: Carlsen/ Chicken House
Erschienen: November 2012
Seiten: 368
ab: 14
Preis: 14,95 €
Erhältlich auf amazon: http://www.amazon.de/Untot-Lauf-solange-noch-kannst/dp/3551520410/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1365352845&sr=8-1&keywords=untot
oder beim Carlsen - Verlag: http://www.carlsen.de/softcover/untot-lauf-solange-du-noch-kannst/31587

Es geht um Bobby, die wegen dem neuen Job ihrer Mutter ihr altes Zuhause in Amerika verlassen musste und jetzt seit kurzem in Schottland lebt. Und sie hasst es. Sie hasst das Land, sie hasst ihre neuen Lehrer und sie hasst ihre neue Klasse. Umso schlimmer ist es natürlich für Bobby, dass sie mit auf den Skiausflug ihrer Klasse gezwungen wird.
Deswegen weigert sie sich auch vehement auf der Rückfahrt aus zu steigen und mit ihren ganzen Mitschülern Pause zu machen, dies stellt sich jedoch als durchaus gute Entscheidung heraus. Denn während sie mit dem unter Ausgangsverbot stehenden Klassenclown Smitty im Bus wartet ist keinem der beiden klar, dass die meisten ihrer Klassenkameraden nicht zurückkommen werden. Abgesehen von Alice, denn die hat es mit eigenen Augen gesehen: Sie hat gesehen, wie all ihre Mitschüler gestorben und kurz darauf wieder auferstanden sind. Und die Untoten haben Hunger, Hunger auf menschliches Fleich.
Und damit beginnt die Flucht vor den Untoten, die Suche nach der Ursache der Epidemie, die schließlich und letztendlich auch gefunden wird.

Was mir an dem Buch am besten gefallen hat war auf jeden Fall der Schreibstil!
Die Autorin schreibt ziemlich locker - flockig, weswegen es mir auch ziemlich leicht fiel mich sofort in das Geschehen einzufinden. Aber auch die Szenen mit Zombies oder anderen Feinden und Gegenspielern sind nicht von schlechten Eltern. Außerdem liebe ich diesen triefenden Sarkasmus, den Kirsty McKay mitbringt und den sie wirklich jedem Charakter mit in die Wiege gelegt hat. Der lockert wirklich alles ein bisschen auf und macht das Buch auch nicht wirklich zu einem todernsten Endzeitthriller. Etwas allerdings gibt es daran leider schon zu bemängeln: Jeder Charakter wirkt dadurch unglaublich taff. Das war zwar größtenteils nicht wirklich störend, macht die Charaktere aber zeitweilig auch reicht einseitig.
Was mich auch gleich zum nächsten Punkt auf meiner Liste bringt: Das Charakterdesign.
Alles in allem waren die Charaktere recht authentisch.
Die Sache mit dem Hang zum Sarkasmus eines jeden Charakters war jedoch insofern etwas unlogisch, da in einigen Situationen wirklich kein normaler Jugendliche dementsprechend reagiert hätte. Wenn ich gerade von Zombies verfolgt werde oder mich in einem Keller vor einigen Verrückten verstecke, dann habe ich eindeutig größere Probleme und ich glaube nicht, dass man in solchen Momenten mit einem trockenen Kommentar reagiert, sonder eher in Panik verfällt. Somit wurde teilwiese auch etwas das Ambiente in Mitleidenschaft gezogen.
Ansonsten waren die Charaktere auch etwas nach den üblichen Klischees aufgezogen: Alice zum Beispiel ist die Zicke der Geschichte, blond und stehts in Pastellfarben gekleidet und der Meinung, sie könnte wirklich jedem Befehle erteilen und Smitty ist der klassische Rebell in Lederjacke. Allerdings denke ich nicht, das dies wirklich ein Punkt ist, den man der Autorin ankreiden kann, da diese Stereotypen eigentlich immer funktionieren und eventuell eine recht gute Absicherung sind, um sich mit dem ersten Roman erst einmal einen Namen zu machen. Außerdem bedienen sich auch dienstältere Autoren gerne mal diesen Klischees und als wirklich störend empfand ich es nicht.
Jetzt komme ich zu meinem großen Manko: Das Ende!
Ich habe die Geschichte über Tränen gelacht, mitgefiebert, war kurz davor dieses Buch zu einem meiner Lieblingsbücher zu erklären und dann kam das, was irgendwann kommen musste: Das Ende. Und es hat mir wirklich enttäuscht. Die Geschichte war spannend und gut erzählt, man hat nie den Faden verloren oder ähnliches aber dann... Ich will euch nicht das ganze Ende verraten, weil ihr sonst eigentlich keinen Grund dazu hättet das Buch zu lesen, aber so viel sei gesagt: Es ist gewissermaßen ein Open End und ich habe weder etwas gegen ein Open noch ein Sad oder ein Bad oder was -weiß - ich für ein Ende aber, das war nicht wirklich ein Ende, das die Geschichte wirklich abgeschlossen hat. Die Jugendlichen klären alles auf und auf einmal soll das ganze irgendwie von vorne anfangen und sonstwas... Es kam mir beim Lesen der letzten Seiten einfach so vor, als hätte die Autorin einfach keine Lust mehr gehabt weiterzuschreiben, weswegen alles etwas... abrupt rüberkommt und sie deswegen einen kläglichen Versuch eines bösen und offenen Endes versucht. Das hat mich etwas traurig gemacht und mich wirklich sehr enttäuscht. Ich finde es traurig, das ein Buch so nahe an ein "perfekt" heranreicht und das ganze dann innerhalb von 10 Seiten ruiniert wird.

Wer Zombies mag und wer auch mit Sarkasmus klar kommt dem kann ich das Buch ans Herzen legen und auch Einsteiger und Fans der Genres Horror und Action werden ihren Spaß haben.
Ich kann dem Buch leider nur ungefähr drei von fünf Sternen geben, da ein schlechtes Ende für mich ein absolutes No-Go ist.
Allerdings werde ich den Namen Kirsty McKay auf jeden Fall im Hintergrund behalten, da mir ihr Schreibstil wirklich sehr gut gefallen hat.